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Lebensbereiche der Stauden

Lebensbereiche im Überblick

Abkürzungen der Lebensbereiche der Stauden

  • A - Alpinum
  • B - Beet
  • Fr - Freiflächen
  • FS - Felssteppen
  • G - Gehölz
  • GR - Gehölzrand
  • H - Heidepflanzen
  • M - Fels- Matten
  • MK - Mauerkrone
  • SF - Stein-Fugen
  • SH - Steppenheide
  • ST - Steinanlagen
  • W - Wasser
  • WR - Wasserrand

Was sind Lebensbereiche ?

In den Stauden-Beschreibungen finden Sie jeweils ein Kürzel (z.B. Fr2) für den Lebensbereich, in der die Staude ihren optimalen Standort findet.

Die Kürzel für die Lebensbereiche soll die Auswahl der Stauden für den jeweils richtigen Platz erleichtern. Letztlich müssen aber Sie entscheiden, welche Pflanzen (Stauden) "zusammenpassen" und welche eher nicht - meiner Meinung nach sollten Sie jedoch darauf achten, dass Sie keine Stauden kombinieren, die aus entgegengesetzten Lebensbereichen stammen, z.B. Astilben (schattig; frische, nährstoffreiche feuchte Böden) mit Blauschwingel (vollsonnig; trockene, nährstoffarme Böden) - denn daran kann man den Laien vom Fachmann unterscheiden.

Die folgenden Auflistung gibt einen Überblick über die einzelnen Lebensbereiche der Stauden an. Die hier aufgeführten Lebensbereiche von Stauden wurden von Prof. Dr. J. Sieber definiert.

Lebensbereich Gehölz

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Lebensbereich Gehölz
G = Gehölz
G1 = trockener Boden
G2 = frischer Boden
G3 = feuchter Boden

Unter Sträuchern und Bäumen finden in erster Linie Wild- und Waldstauden einen idealen Standort. Sie bevorzugen lichten Schatten, Halbschatten oder auch Schatten. Viele Vorfrühlings- und Frühlingsblüher sind Bewohner dieses Lebensbereiches. Zur Blütezeit sind die Bäume und Sträucher noch unbelaubt, so dass die Stauden schon gut von der wärmenden Sonne erreicht werden. Im Sommer hält das Blätterdach der Sträucher und Bäume die direkte Hitzestrahlung fern.

Der Boden ist durch den alljährlichen Laubfall und die nachfolgende Umsetzung sehr humusreich.
Je nach Lage der Gehölzgruppen unterscheidet man zwischen G1 trockenem, G2 frischem oder G3 feuchtem Boden.

Lebensbereich Gehölzrand

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Lebensbereich Gehölzrand

GR = Gehölzrand
GR1 = trockener Boden
GR2 = frischer Boden
GR3 = feuchter Boden


Der Lebensbereich Gehölzrand (GR) beschreibt Standorte am Rand von Bäumen und Sträuchern. Hier sind grundsätzlich zwei Lagen zu unterscheiden: Zum einen warme und sonnige, offene Lagen nach Süden, zum anderen die absonnige und kühle Nordlage und die wechselschattigen Ost- und Westränder. Am Gehölzrand ist der Boden überwiegend humos und hat daher die Unterscheidung GR1 trocken, GR2 frisch und GR feucht.
Viele der Stauden für die Bereiche Gehölz und Gehölzrand finden auch gute Standortbedingungen in direkter Nähe zu Hauswänden oder Mauern. Hier herrschen ähnliche Bedingungen, wie z.B. eingeschränkte Lichtverhältnisse und Windschatten.

Lebensbereich Freiflächen

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Lebensbereich Freiflächen

Fr = Freiflächen
Fr1 = trockener Boden
Fr2 = frischer Boden
Fr3 = feuchter Boden


Außerhalb der Standorte von Bäumen und Sträuchern, also auf offenen, sonnigen "Freien-Flächen", gibt es viele Garten- Situationen, in denen viele Stauden optimale Lebensbedingungen finden. Je nach ihren Ansprüchen an Feuchtigkeitsgehalt und Wasserhaltekraft des Bodens lassen sich unter den Wild- und Beetstauden unterscheiden: Arten für den warmen, vollsonnigen Standort mit durchlässigem, trockenem Boden (= Fr1 ), Stauden für mäßig trockenen bis frischen Boden (= Fr2 ) und letztlich Stauden, die einen ausreichend feuchten Boden bevorzugen (= Fr3 ).
Zahlreiche Arten und Sorten der für freie Flächen verwendbaren Stauden weisen beetstaudenähnlichen Wuchscharakter auf, was bei der Sichtung durch Hinzufügen eines b (= "beetstaudenähnlich") gekennzeichnet wurde.

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Lebensbereich Freiflächen mit Steppenheidecharakter

SH = Freiflächen mit Steppenheidecharakter


Für sehr warme sonnnenseits geneigte Flächen (Böschungen, Terrassen) mit trockenem, kalkhaltigen (= alkalischen) Boden eignen sich sogenannte "Steppen-Heide-Stauden" bzw. Freiflächenstauden mit Steppenheidecharakter.

 

H = Freiflächen mit Heidecharakter

H1 = trockener Boden
H2 = frischer Boden
H3 = feuchter Boden

Für die nährstoffärmeren etwas bodensaureren Bereiche eigenen sich sehr gut die Heidepflanzen-Stauden bzw. die Freiflächenstauden mit Heidecharakter.

Lebensbereich Steinanlagen

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Lebensbereich Steinanlagen
ST = Steinanlagen
ST1 = sonnig
ST2= halbschattig
ST3= schattig

Stauden, die sich im Bereich von Steinen bzw. Steinanlagen wohl fühlen, brauchen sonnige Lichtverhältnisse und einen durchlässigen, kieshaltigen Boden.

FS = Felssteppen

Viele Stauden fühlen sich im Bereich der Steine wohl. Diese sind empfindlich gegenüber Staunässe und gedeihen deswegen am besten in einem Schotter- oder Kiesboden, welcher wasserdurchlässig ist, den sogenannten "Fels-Steppen" (= FS).

M = Fels- Matten

Andere Stauden gedeihen selbst in den flachen Bodenschichten über Felsen oder größeren Steinen, den sogenannten "Fels-Matten" (= M).

MK = Mauerkrone
SF = Stein-Fugen

Wieder andere Stauden eignen sich bestens zum Pflanzen hinter die "Mauerkrone" von Trockenmauern
oder zum Pflanzen in deren Stein-Fugen.

Lebensbereich Alpinum

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Lebensbereich Alpinum
A = Alpinum

 

Der Lebensbereich Alpinum wurde in Anlehnung an die Steinanlagen gebildet und ist deswegen vergleichbar. Das Alpinum eigenet sich in der Regel für Stauden, die kaum Konkurrenz vertragen können und auf falschen Standortem mit Konkurrenz stärkeren Nachbarn, schnell verdrängt werden. Daher sind diese Stauden einerseits sehr anspruchsvoll, wenn es an die Wahl ihres Platzes im Garten geht, andererseits aber auch sehr reizvoll.

Lebensbereich Beet

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Lebensbereich Beet
B = Beet
B1 = trockener Boden
B2 = frischer Boden
B3 = feuchter Boden

Das Beet ist in den meisten Gärten die häufigste Standortsituation. Und genau für diesen Lebensbereich gibt es eine Vielzahl an herrlichen Stauden mit stattlichem Habitus und prächtigen Blüten. Diese Stauden benötigen einen nährstoffreichen, frischen und humosen Boden (= guter Garten-Boden), sowie einen möglichst konkurrenzfreien Standort.
Unter den Stauden des Lebensbereichs "Beet" gibt es Arten und Sorten, denen als "Leitstauden" bei einer Beetstaudenbepflanzung eine dominierende Funktion zukommt, anderen dienen zumeist als "Begleitstauden".
Die Stauden aus dem Bereich "Beet" sind in der Regel pflegenintensiv, d.h. sie benötigen 2 Düngungen pro Jahr, Rückschnitt nach der Blüte und vor dem Winter sowie Bodenlockerungs- und Bodenverbesserungmaßnahmen. Auch Unkräuter müssen regelmäßig entfernt werden. Beetstauden sind in der Regel nicht konkurrenzstark, d.h. sie müssen mit (stark) wuchernden Stauden nicht zusammengepflanzt werden.

Lebensbereich Wasser

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Lebensbereich Wasser
W = Wasser
W1 = Stauden mit Triebe über dem Wasser
W6 = Schwimmblatt-Pflanzen
W7 = untergetauchte (submerse) Pflanzen
W8 = freischwimmende Pflanzen

Für alle in Gartenteichen üblichen Wassertiefen gibt es geeignete Stauden bzw. Wasserpflanzen. Die Vielfalt der Wuchsformen dieser Stauden ist sehr groß. Nach den Wuchsformen lassen sich die Wasserpflanzen in folgende Gruppen einteilen:
1.) Wasserpflanzen, die im Boden wurzeln, deren Blätter aber überwiegend auf dem Wasser aufliegen, werden „Schwimmblattpflanzen“ genannt, und tragen das Kürzel W6
2.) "Untergetauchte, submerse Stauden", deren Triebe und Blätter sich also unterhalb der Wasseroberfläche befinden, tragen das Kürzel W7
3.) Freischwimmende Pflanzen haben das Kürzel W8
Auch wenn viele Wasserpflanzen ihr Optimum bei einer gewissen Wassertiefe finden, haben doch manche von ihnen diesbezüglich eine sehr weite Standortamplitude, d.h. das in der Regel viele Wasserpflanzen nicht nur in der angegebenen Wassertiefe gut wachsen können.
Bei einigen Wasser-Stauden sollten Sie den Wunsch nach eher saurem Moorboden und zum Teil mit nährstoffarmen Wasser berücksichtigten - vorausgesetzt Ihnen ist die Wasserpflanze der Aufwand wert.

Lebensbereich Wasserrand

Lebensbereiche der Stauden Lebensbereich von Stauden-Pflanzen Lebensbereiche
Lebensbereich Wasserrand
WR = Wasserrand
WR4 = Sumpfpflanzen
WR5 = Röhrichtgürtel

Für die durch große Bodenfeuchtigkeit gekennzeichneten Situationen am Rande eines Teiches oder von Bächen eigenen sich manche Stauden besonders gut.
Unter dem Begriff „Wasser-Rand“ (Kürzel = WR) kann nicht die Grenzlinie zwischen Wasser und Festland gezogen werden. Der Lebensbereich umfasst vielmehr eine Zone des feuchten bis sumpfigen Bodens ebenso, wie die Zone des flachen Wassers. Nach den Standortverhältnissen ihres Vorkommens in der Natur, aber auch nach ihrer vorwiegenden Verwendung lassen sich die Stauden des Lebensbereichs WR in folgende Gruppen einteilen:
1.) Sumpfstauden für feuchten bis nasse, teilweise überfluteten bzw. abtrocknenden Boden.
2.) Stauden für der „Röhrichtzone“ – Kürzel WR5 für feuchten oder dauernassen Boden bis hin zum flachen Wasser (0 bis 20 cm Wassertiefe).
3.) Außerhalb betonierter Wasserbecken können in einem feuchten Boden auch viele Stauden des Lebensbereichs Freiflächen (Fr3, Fr3b) gepflanzt werden.

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Stand 21.11.2017